Als Frau in Honduras

Da ich gerade selbst in Honduras war, um unsere Partnerkooperativen zu besuchen, möchte ich den Internationalen Frauentag zum Anlass nehmen, um ein bisschen mehr über die Situation der Frauen in Honduras zu erzählen. Dies gerade auch, weil wir in den letzten zwei Jahren unsere Zusammenarbeit mit Aprolma, einer Frauen-Kooperative, intensiviert haben und ich viel von diesen Kaffeeproduzentinnen erfahren konnte.

Aprolma

Die Kooperative Aprolma (Asociacion de Productoras Libres de Marcala) wurde 2013 gegründet und hat im Moment 69 ausschließlich weibliche Mitglieder, zum großen Teil indigene Lencas. Jedes Mitglied bewirtschaftet durchschnittlich 1,5 Hektar in Mischkultur. Neben Kaffee werden andere Erzeugnisse wie Bananen, Orangen oder Yucca angepflanzt, um die Familie zu ernähren. Ziel der Kooperative ist nicht nur den allerbesten Kaffee zu produzieren, sondern ebenso die Frauen zu ermächtigen und ihnen finanziellen Erfolg und Stabilität zu bieten.

In einem Land, in dem die Rechte von Frauen permanent missachtet werden und das eine der höchsten Mordrate an Frauen weltweit besitzt, kümmert sich eine Frauenkooperative insbesondere auch um gesundheitliche und soziale Belange. Die Kooperative klärt die Frauen über ihre Rechte auf und unterstützt sie darin, diese auch durchzusetzen.

 

Soziale Lage

Die Frauen der Kooperative Aprolma sind alles Kleinbäuerinnen, die im ländlichen Gebiet rund um Marcala leben und die laut Definition der Weltbank arm sind. Honduras zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern Lateinamerikas. Die Zahl der Tötungsdelikte ist eine der höchsten weltweit und insbesondere die Zahl der Frauenmorde ist sehr hoch. Probleme mit häuslicher Gewalt sind allgegenwärtig und vor allem die älteren Frauen können nicht Lesen und Schreiben. Der Human Development Index listet Honduras auf Platz 130 von 188 Ländern.

Formal gibt es natürlich anerkannte Menschenrechte in Honduras, jedoch werden diese im Alltag meist nicht eingehalten. Grundsätzlich besteht Presse- und Medienfreiheit, doch v.a. kritische JournalistInnen und Medienschaffende werden regelmäßig eingeschüchtert, bedroht und fallen immer wieder Gewalttaten zum Opfer. Auch für AktivistInnen aus dem sozialen oder ökologischem Bereich ist es in Honduras sehr unsicher. International am bekanntesten ist sicherlich der Fall von Berta Cáceres, der jedoch nur exemplarisch für viele weitere Verbrechen stehen kann.

 

Kaffee hilft

Gerade wenn man sich die Situation im Rest des Landes anschaut, erscheint die Arbeit der Kaffeekooperativen in Marcala in einem besonderen Licht: Der Kaffeeanbau kann den Frauen in Honduras helfen ihre Rechte wahrzunehmen, auf eigenen Beinen zu stehen und oft hilft er schlicht und einfach die Kinder zu ernähren. Dies gilt natürlich nicht nur für die Frauenkooperative Aprolma, auch in anderen Kooperativen, wie Combrifol und Comsa wird viel für die Rechte der Frauen getan. Im vergangenen Jahr gab es bei Combrifol eine eigene Workshop-Reihe zu diesen Themengebieten. Durch den Einkauf des Kaffees zu einem hohen Preis sichern wir den Frauen stabile Einkommen, um die Lebensbedingungen zu verbessern. Wir sind davon überzeugt, dass wirtschaftliche Stabilität auch soziale Stabilität nach sich zieht und wollen alles dafür tun, um den Kooperativen in Honduras in langfristigen Partnerschaften zur Seite zu stehen.

 

 

 

 

 

 

 

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