Für euch, unsere Kund:innen, hätten wir gern jegliche Preissteigerungen abgefangen, weil wir finden, dass guter Kaffee für alle erschwinglich sein sollte. Daher hatten wir im letzten Jahr die Preise nur sehr moderat angehoben.
Die Preise für Rohkaffee haben sich im vergangenen Jahr auf einem sehr hohen Niveau eingependelt. Während in den vergangenen Jahren vor allem die starken Ausschläge am Markt im Vordergrund standen, ist es nun die Kombination aus hoher Preisbasis und globalem Angebotsdruck, die prägend wirkt. Der an der Börse gehandelte New-York-C-Preis liegt inzwischen dauerhaft deutlich über den Werten früherer Jahre. Gründe dafür sind nach wie vor klimabedingte Ernteeinbußen in wichtigen Anbauländern wie Brasilien und Vietnam sowie eine insgesamt steigende Nachfrage nach Kaffee – sowohl in den Ursprungsländern selbst als auch in neuen Konsumregionen, etwa in Asien. Darauf gehen wir in unserem letzten Transparenzbericht noch ausführlicher ein.
Viele haben es bereits im Alltag bemerkt: Kaffee gehört inzwischen zu den hochpreisigen Lebensmitteln, in manchen Supermärkten wird er sogar in verschlossenen Regalen gelagert. Auch wir kommen nicht darum herum, steigende Rohkaffee- und Betriebskosten weiterzugeben. Allein für unsere wichtigsten Rohkaffees hatten wir im Jahr 2025 Kostensteigerungen von 26 %. Diese haben wir versucht weitestgehend aufzufangen. Dieser Zeitraum hoher Kosten dauert nun schon länger an und wird nun doch zu viel, so dass wir die Preise noch mal anpassen müssen.
Uns ist dabei wichtig, transparent zu machen, warum Preise steigen – und gleichzeitig zu zeigen, dass höhere Kaffeepreise auf der Produzent:innenseite auch mehr Stabilität und Wertschätzung bedeuten können, wenn fair und langfristig gehandelt wird. Bei unseren Kooperativenbesuchen war das Feedback der Produzent:innen eher positiv, denn die höheren Preise kommen auch wirklich bei ihnen an. Wir haben bei unseren Besuchen auch gesehen, dass die höheren Rohkaffeepreise der ländlichen Bevölkerung insgesamt eine stabilere Existenz ermöglichen: Es wurde viel in neue Kaffeepflanzen investiert, denn Kaffeeanbau kann sich nun lohnen und es gibt eine Zukunft.
Hier seht ihr die Entwicklung der Preise, die wir im Durchschnitt für den Rohkaffee zahlen (dies ist noch ohne die Schwankungen des Dollars). Im Rohkaffee-Vertrag wird ein FOB-Preis („free on board“) festgelegt. Dies bedeutet, dass die Produzent:innen alle Kosten bis zur Verladung auf das Schiff tragen. Sobald der Kaffee auf dem Schiff ist, bezahlen wir Transport, Handling, Versicherungen und die Importkosten. Weitere Informationen zu unseren Preisen findet ihr in unserem letzten Transparenzbericht.
FOB wird in USD pro lb angegeben. 1lb = 0,45 kg
Wir schätzen euch als Kund:innen sehr, denn nur so können wir gemeinsam die Kaffeewelt ein bisschen besser machen. Wir hoffen, dass ihr weiterhin viel Freude mit unserem Kaffee habt und dass wir gemeinsam gut durch diese schwierige Zeit kommen. Wenn ihr Fragen dazu habt und noch mehr Hintergrundinformationen braucht, dann meldet euch gern und schreibt es in die Kommentare, wir erklären gern noch mehr.

Kai
Liebe Roaster,
danke, dass ihr nicht still und heimlich erhöht, sondern es zumindest ankündigt. Wirklich transparent wäre es für mich, wenn ihr genau aufzeigt, um wie viel die jeweiligen Preise gestiegen sind.
„Sleepy Owl“ scheint sehr teuer geworden zu sein. Mit aktuell über 40€ pro Kilo fällt er somit leider aus dem kaufbaren Bereich für mich. Zwar seid ihr für Berliner Röstereien immer noch eher günstig, aber im Vergleich zu anderen sehr guten Fairtrade und Biomarken wie Gepa oder Rapunzel wird es immer schwerer, den Aufpreis zu entrichten.
Nachdem ihr die Entwicklung länger beobachtet habt, wäre eine Übergangszeit möglich gewesen, zum Beispiel indem ihr eine Preissteigerung in 2-3 Monaten angekündigt hättet. Für mich hätte das nochmal einen Kaufimpuls ausgelöst, statt mich nach neuen Produkten umzusehen.
Trotzdem wüsche ich euch viel Erfolg!
Nadine
Danke für deine Rückmeldung. Preiserhöhung nehmen wir nie auf die leichte Schulter, denn wir wissen, dass wir dann für einige vielleicht nicht mehr erschwinglich sind. Gerade beim Decaf ist es so, dass wir den schon immer unter Wert verkauft haben und auch der Preis für das Entkoffeinieren ist um 10 % gestiegen. Für diesen Rohkaffee z.B. haben wir bis 2024 6,48 € für das Kilo gezahlt. Mittlerweile sind es 9,70 € pro Kilo + das Entkoffeinieren obendrauf (bei dem der Kaffee auch noch mal bis zu 7% an Gewicht verliert).
Gepa finden wir super und wir können es gut verstehen, wenn es da günstiger ist (teilweise andere Qualitäten, keine eigene Rösterei). Wenn das eine Alternative für dich ist, sind das auf jeden Fall gute Kolleg:innen.